Region und Wirtschaft: Diese Region Süditaliens, die an die Adria und das Ionische Meer grenzt, besteht aus vier geographischen Zonen, die sich von Norden nach Süden folgen: Gargano, Tavoliere, Murge und Salento. Die grössten Flüsse sind der Fortore und der Ofanto.
Reiseroute:
Das Entdecken dieser Region ist wie eine Reise durch die verschiedenen Epochen: Beginnend in Taranto, führt uns das Apulien des griechischen Reiches von den Goldwaren des archäologischen Museums der Stadt bis nach Basilicata und weiter über die Brücke bis nach Sibari.
Das römische Apulien reicht von den Ruinen in Egnatia, auf den Spuren Horaz’, bis hin zum Theater und dem Amphitheater in Lecce.
Das Apulien der Normannen ist die längste Reise durch die Geschichte und fällt mit der Regierungszeit Federico II. zusammen: Auch wenn die Wege Federicos lang waren und an Türmen, Burgen und Sümpfen vorbeiführten, sollte man unbedingt Castel del Monte besichtigen (u.a. einer der Drehorte des Filmes „Der Name der Rose“). Federico bereiste unter anderem Trinitapoli und Manfredonia, die Orte, die er bevorzugte, um seinen Reflexionen nachzugehen, woraus schliesslich die Schrift „De Arte Venandi cum Avibus“ („Über die Kunst des Reisens mit Flügeln“) entstand. Auf den Spuren Federicos trifft man auch auf Castelfiorentino, einen kleinen Hügel, auf dem noch knapp die Umrisse einer antiken Residenz erkennbar ist und wo sich, wie manche behaupten, der genau Ort befindet, wo der „Stupor mundi“ starb.
Schliesslich gibt es das Apulien der Festungen und der Türme entlang der Küste, die eine Art Verteidigungsring der Region darstellen, Schauplatz ständiger Kriege mit den Türken, Sarazenen, dalmatischen Piraten u.a. (das Massaker von Otranto 1480 ist das bis heute denkwürdigster Ereignis). Vom 15. – 18. Jahrhundert mussten nicht nur die Küsten, sondern auch das Landesinnere befestigt werden, und so umgaben sich auch die Dörfer mit Mauern und errichteten Türme.
Im Gebiet von Martina Franca bis nach Salento stellt das 17. Jahrhundert das Goldene Zeitalter dar, teilweise auch noch Teile des 18. Jahrhunderts. Der Barock dieser Breitengrade ist nicht mehr die strenge Architektur der katholischen Reform sondern hat etwas Spielerisches und explodiert fast zusammen mit der Ausgefeiltheit des geschmeidigen Sandsteins und der phantasievollen Bearbeitung des Stucks.